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Herbstseminar für Gewässerwarte
Interessante Vorträge in Alsfeld-Eudorf

 
Über 80 Teilnehmer haben am 05.11.2011 den Weg nach Alsfeld gefunden, um sich die sehr interessanten und informativen Vorträge von Dr. Uwe Brämick (Institut für Binnenfischerei e. V., Potsdam-Sacrow) und Dr. Egbert Korte (BFS Bürogemeinschaft für Fisch- und Gewässerökologische Studien) anzuhören.
ZuBeginn gedachte die Versammlung des am 24. August d. J. plötzlich verstorbenen Referenten für Gewässer Nord Gerhard Herrmann. Ihm ist es zu verdanken, dass die Veranstaltung zu einem festen jährlichen Bestandteil der Fortbildung der Gewässerwarte im Verband Hessischer Fischer wurde.


Dr. Uwe Brämick machte den Anfang und referierte über die "Bestimmung und nachhaltige Nutzung fischereilicher Ertragspotentiale".
Wichtig ist es, die natürliche Fruchtbarkeit der Gewässer zu nutzen. Die Bestände der einzelnen Arten dürfen nicht überfischt werden, da sie die Grundlage für zukünftige Erträge sind. Ziel ist ein maximaler Dauerertrag.
Die Fischentnahme aus einem bestimmten Gewässer sollte sich nach dem Ertragspotenzial richten. Dieses wiederum unterliegt periodischen Veränderungen. Basierend auf theoretischen Überlegungen können 1/3 - 1/2 des Fischbestandes jährlich entnommen werden, ohne dass es zu einer Überfischung kommt. Wenn sich der Fischbestand verringert, ist der Grund häufig in einem begrenzten Nahrungsangebot zu suchen. Diesem kann man nicht mit einer Besatzmaßnahme entgegenwirken. Dr. Brämick wies auch daraufhin, wie wichtig für Bewertung und Anpassung der Fischentnahme langjährige Fangstatistiken sind; neben Menge und Größe der Fische ist noch der Angelaufwand zu dokumentieren. Hieraus können später Rückschlüsse auf die Entwicklung von Beständen gezogen werden. Dadurch können rechtzeitig erste Anzeichen für Ungleichgewichte und Überfischungen erkannt werden. .


Nach dem Mittagsessen referierte Dr. Egbert Korte zu dem Thema "Fischbesatz von Fließ- und stehenden Gewässern".
Der Fischbesatz ist eine weitverbreitete Methode, um den Rückgang der natürlichen Populationen zu kompensieren. Ein Fischbesatz wird vorgenommen, um Habitatverluste auszugleichen und zum Erhalt bzw. zur Erhöhung des natürlichen Aufkommens. Dr. Korte ging auf verschiedene Besatzformen ein, genannt wurden u. a. Importe, Wiedereinbürgerung, Steigerungsbesatz.
Großen Raum nahm das Thema "Ablauf und Planung von Besatzmaßnahmen" ein und
Erfahrungswerte zum Besatz von Zander, Hecht, Aal, Karpfen, aber auch Salmoniden und Äsche wurden vorgestellt.

Das Herbstseminar 2012 findet am 03.11.2012 in Alsfeld-Eudorf statt.
mb

Fotos: mb