ALSFELD-EUDORF(lrp/ghs)
Vor allem im Zeichen moderner Informationstechnik und digitaler
Unterrichtsmedien stand die diesjährige Tagung der Ausbildungsleiter
und Ausbilder im Hotel "Schmiede" in Alsfeld-Eudorf.
Unter Leitung der VHF-Schulungsreferenten Wolfgang Fritsch und
Siegfried Lerschmacher trafen sich über fünfzig Ausbildungsleiter
und Ausbilder aus ganz Hessen, um das Ergebnis des vergangenen
Ausbildungsjahres zu besprechen, die Arbeit des kommenden Jahres
zu planen und Erfahrungen auszutauschen.
Selbstverständlich nahmen auch die Ausbildungsleiter und
Ausbilder des Landesverbandes Deutscher Sportfischer Hessen
e.V. (LVDSFH) unter Führung ihres Schulungsreferenten Olaf
Klein an der Tagung teil. Damit war die zum offiziellen Stichtag
01. März 2010 wirksam werdende Verschmelzung der Verbände
VHF und LVDSFH im Ausbildungsbereich bereits vorweg vollzogen,
was eine regelrechte Aufbruchstimmung in der Teilnehmerrunde
spürbar werden ließ.
Nach den Regularien in Form der Begrüßung,
der Feststellung der Tagesordnung und Genehmigung des Protokolls
der letztjährigen Versammlung gedachten die Tagungsteilnehmer
des Anfang 2009 verstorbenen Ausbildungsleiters und Vizepräsidenten
des Landesfischereiverbandes Hessen (LFVH) Harry Behr. Es
folgten der Bericht der Schulungsreferenten, sowie der Erfahrungsaustausch
über das vergangene Ausbildungsjahr und die Zusammenarbeit
mit den Fischereibehörden. Wolfgang Fritsch gab anschließend
einige geplante Personaländerungen im Ausbildungsbereich
bekannt, denen die Tagungsteilnehmer der guten Tradition folgend
durch einstimmiges Votum Zustimmung erteilten.
Über das zahlenmäßige Ergebnis
des Ausbildungsjahres 2008 und das zu erwartende Ergebnis
des Ausbildungsjahres 2009 berichtete VHF-Geschäftsführer
Leonhard R. Peter.
Danach hat in 2008 die Zahl der Ausbildungsteilnehmer und
der Prüfungskandidaten bei den Prüfungsdurchgängen
gegenüber dem Vorjahr noch einmal abgenommen. Allerdings
war dieser Rückgang weniger stark, als in den Vorjahren.
Die Prognose des Endergebnisses für 2009 läßt
erkennen, daß die Zahlen des Vorjahres knapp gehalten
werden können, was zur begründeten Hoffnung Anlaß
gibt, dass die Talsohle erreicht ist und sich die Ausbildungssituation
stabilisiert, wenn auch auf "historisch niedrigem"
Niveau. Denn noch nie seit Einführung der staatlichen
Fischerprüfung vor rund 20 Jahren gab es weniger Lehrgangs-
und Prüfungskandidaten in Hessen, als in 2008/2009. Gerade
einmal 2.160 waren es in 2008, während es im Jahr 2002
mehr als doppelt so viele waren, nämlich 4.413. Von da
an gingen die Zahlen stetig auf das aktuelle Niveau zurück.
Dieser Rückgang hat sicherlich mehrere Gründe, aber
die demographische Entwicklung der Gesamtbevölkerung
schlägt zweifellos auch bei den Fischern und in der Anglerschaft
durch. Erfreulich war dagegen der geringe Anteil gescheiterter
Prüfungskandidaten. Deren Quote lag ebenfalls "historisch
niedrig" bei 5 Prozent und ist einerseits das Ergebnis
der kontinuierlich besser werdenden Ausbildung, aber auch
der Tatsache, daß kleinere Lehrgänge einfach intensiveren
Unterricht ermöglichen.
Wohl wichtigstes Thema dieser Veranstaltung
war aber die flächendeckende Umstellung der Ausbildung
auf moderne Informationstechnik und digitale Unterrichtsmedien.
Nachdem Bereits seit dem vergangenen Jahr die zentrale Beschaffung
von Notebooks und Beamern für alle Ausbildungsteams läuft,
stellte Wolfgang Fritsch während der Tagung das neue
Ausbildungsmaterial vor, welches in Form einer umfangreichen
PowerPoint-Präsentation erstellt wurde. Diese hat eine
neunköpfige Arbeitsgruppe unter seiner Leitung in fast
einjähriger Arbeit geschaffen, sie steht nun allen Ausbildungsteams
zu Verfügung. Der komplette Ausbildungslehrgang auf einem
USB-Stick, handlicher ist das Schulungsmaterial noch nie gewesen.
Weil die Präsentation umfangreiches Material aus dem
Heintges Lehr- und Lernsystem enthält -das Heintges-System
ist seit vielen Jahren Ausbildungsstandard in Hessen- war
eine umfangreiche urheberrechtliche Vereinbarung mit der Fa.
Heintges erforderlich, die nur aufgrund der langjährigen
Zusammenarbeit -und der persönlichen Bekanntschaft zwischen
Wolfgang Fritsch und Firmenchef Wolfgang Heintges- überhaupt
zustande kam. Letzterer war eigens vom Firmensitz Marktredwitz
nach Alsfeld angereist, um Rede und Antwort zu allen Fragen
zu stehen, welche die Heintges-Ausbildungsmaterialien betreffen.
Außerdem stellte er auch sein neues internetbasiertes
Lehr- und Trainigssystem vor, das sowohl Ausbilder als auch
Lehrgangsteilnehmer zu günstigen Konditionen nutzen können.
Die "klassischen" Ausbildungsmaterialien, wie z.
B. die Overhead-Foliensätze werden von Heintges nicht
mehr aktualisiert und auch die Heintges-Ausbildungs-CD ist
ein Auslaufmodell. Dem einen oder anderen Ausbilder war da
schon ein wenig Wehmut anzumerken angesichts des Abschieds
von seinem geliebten Overhead-Projektor und den Folienmappen.
Aber vor etlichen Jahren war es bei der Umstellung von Dias
auf die Heintges-Foliensätze ja auch nicht anders.
Wie gewohnt, war auch diese Ausbildertagung
von Wolfgang Fritsch wieder bestens vorbereitet und perfekt
organisiert worden, inklusive Vollverpflegung über den
ganzen Tag hinweg, wodurch die Tagungsteilnehmer beim gemeinsamen
Mittagessen unter anderem in den Genuß von köstlichen
Zanderfilets kamen. Fisch war also auch hier das beherrschende
Thema.
Allerdings kam die perfekte Organisation zwischendurch doch
ins Wanken, als ein Ausbildungsleiter nach einem Paketgummi
verlangte, um seine erhaltenen Informationsblätter und
-materialien bündeln zu können. Hier mußte Wolfgang
Fritsch dann leider passen. Also Wolfgang, in Zukunft bitte
nur noch "mit Gummi"!
LRP |
Das Tagungspräsidium
(von links):
Siegfried Lerschmacher (VHF-Schulungsreferent), Rjurik Nentwig
(VHF-Präsident und Ausbildungsleiter), Wolfgang Fritsch
(VHF-Schulungsreferent),
Olaf Klein (LVDSFH-Schulungsreferent), Gerhard Hoffmann (VHF-Schriftführer
und Protokollant) |
Volles Haus |
Die Verträge
sind gemacht, die gute Zusammenarbeit wird durch Handschlag
besiegelt.
Wolfgang Heintges (li.) und Wolfgang Fritsch
Fotos: LRP |