Naturschutz
 
 
Meldeformular zur Flusskrebs- und Muschelkartierung
Bestimmungschlüssel in Hessen und NRW vorkommender Flusskrebsarten
Zusatzblatt stehendes Gewässer
Erläuterungen zum Meldeformular (Flusskrebs- und Muschelkartierung
 
An die Vorstände und Gewässerwarte
der im VHF e. V. organisierten Vereine;

An die Kommunen und Forstämter in
Hessen mit der Bitte um Weitergabe
an Ihre Gewässerpächter

 
Wiesbaden, den 22. Juni 2010
 
Betr.: Erfassung der Flusskrebse und Muscheln in Hessen
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Angelfreunde !

Die Flusskrebse und Muscheln in den Gewässern Hessens gehören zu den wenig untersuchten, weil nur schlecht beobachtbaren, Tiergruppen in hessischen Gewässern. Sie sind in letzter Zeit mehr in das öffentliche Bewusstsein gerückt, besonders durch die Wiederentdeckung des bis 2003 für ausgestorben gehaltenen einheimischen Steinkrebses in einigen wenigen südhessischen Gewässern. Zum anderen wurde auch erst in jüngerer Zeit erkannt, welch schädliche Auswirkungen das Vordringen gebietsfremder Amerikanischer Flusskrebse, besonders des Signalkrebses, nicht nur auf die Restbestände einheimischer Stein- und Edelkrebse, sondern auch auf die Muscheln und Fische besonders der Salmonidengewässer und stehenden Gewässer hat.
Im Rahmen eines Kooperationsabkommens mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) führt der Verband Hessischer Fischer ab dem Sommer 2010 eine möglichst flächendeckende Erfassung heimischer und gebietsfremder Flusskrebse und Muscheln durch.
Es ist wichtig, dass diese Daten von vornherein durch die Fischerei selbst gesammelt und verwaltet werden, und nicht von anderen Institutionen oder Verbänden. Ebenso wichtig ist es zu wissen, dass die Gebietsmeldungen des Landes Hessen für Schutzgebiete nach europäischem Recht definitiv abgeschlossen sind, dass also aufgrund der Entdeckung "neuer" Vorkommen seltener heimischer Krebse keine Schutzgebietsausweisungen erfolgen können. Vorkommen heimischer Krebse und Muscheln sind aber sehr wohl ein durchschlagkräftiges Argument im Bemühen der Kommunen, Vereine und Pächter um mehr Gewässer- und Fischartenschutz vor Ort. Bessere Kenntnis, wie weit die amerikanischen Invasoren bereits verbreitet sind, ist unabdingbar für den Schutz der heimischen Gewässer und Fischbestände.
Der VHF bittet deshalb um die Mithilfe der organisierten und nicht organisierten hessischen Fischerei. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, die anliegenden Materialien (Erfassungsbogen mit Erläuterungen dazu, Bestimmungsschlüssel für Flusskrebse, Zusatzblatt für stehende Gewässer) zu studieren und möglichst vollständig ausgefüllt an den VHF zurückzusenden. Der Meldebogen ist für Fensterbriefumschläge vorbereitet. Bitte geben Sie das Material, gerne als Kopie, auch an Ihnen bekannte Nachbarvereine oder Einzelpächter weiter. Es kann auch auf der Homepage des VHF (siehe Fußzeile) bzw. unter www.krebse-in-hessen.de heruntergeladen werden. Wenn Sie sich Ihrer Artenkenntnis nicht sicher sind, macht das nichts: Melden Sie einfach "Flusskrebse (bzw. Muscheln) vorhanden" oder "nicht vorhanden". Wir klären das weitere durch unsere Experten vor Ort. Juli bis September ist die beste Zeit für den Nachweis von Flusskrebsen und Muscheln. Mit herzlichem dank im Voraus


gez. Rjurik Nentwig
Präsident
gez. Rainer Hennings
Vizepräsident u. Referent f. Naturschutz