Sehr
geehrte Damen und Herren,
liebe Angelfreunde !
Die Flusskrebse und Muscheln in den Gewässern
Hessens gehören zu den wenig untersuchten, weil nur schlecht
beobachtbaren, Tiergruppen in hessischen Gewässern. Sie
sind in letzter Zeit mehr in das öffentliche Bewusstsein
gerückt, besonders durch die Wiederentdeckung des bis
2003 für ausgestorben gehaltenen einheimischen Steinkrebses
in einigen wenigen südhessischen Gewässern. Zum
anderen wurde auch erst in jüngerer Zeit erkannt, welch
schädliche Auswirkungen das Vordringen gebietsfremder
Amerikanischer Flusskrebse, besonders des Signalkrebses, nicht
nur auf die Restbestände einheimischer Stein- und Edelkrebse,
sondern auch auf die Muscheln und Fische besonders der Salmonidengewässer
und stehenden Gewässer hat.
Im Rahmen eines Kooperationsabkommens mit dem Hessischen Ministerium
für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
(HMUELV) führt der Verband Hessischer Fischer ab dem
Sommer 2010 eine möglichst flächendeckende Erfassung
heimischer und gebietsfremder Flusskrebse und Muscheln durch.
Es ist wichtig, dass diese Daten von vornherein durch die
Fischerei selbst gesammelt und verwaltet werden, und nicht
von anderen Institutionen oder Verbänden. Ebenso wichtig
ist es zu wissen, dass die Gebietsmeldungen des Landes Hessen
für Schutzgebiete nach europäischem Recht definitiv
abgeschlossen sind, dass also aufgrund der Entdeckung "neuer"
Vorkommen seltener heimischer Krebse keine Schutzgebietsausweisungen
erfolgen können. Vorkommen heimischer Krebse und Muscheln
sind aber sehr wohl ein durchschlagkräftiges Argument
im Bemühen der Kommunen, Vereine und Pächter um
mehr Gewässer- und Fischartenschutz vor Ort. Bessere
Kenntnis, wie weit die amerikanischen Invasoren bereits verbreitet
sind, ist unabdingbar für den Schutz der heimischen Gewässer
und Fischbestände.
Der VHF bittet deshalb um die Mithilfe der organisierten und
nicht organisierten hessischen Fischerei. Bitte nehmen Sie
sich die Zeit, die anliegenden Materialien (Erfassungsbogen
mit Erläuterungen dazu, Bestimmungsschlüssel für
Flusskrebse, Zusatzblatt für stehende Gewässer)
zu studieren und möglichst vollständig ausgefüllt
an den VHF zurückzusenden. Der Meldebogen ist für
Fensterbriefumschläge vorbereitet. Bitte geben Sie das
Material, gerne als Kopie, auch an Ihnen bekannte Nachbarvereine
oder Einzelpächter weiter. Es kann auch auf der Homepage
des VHF (siehe Fußzeile) bzw. unter www.krebse-in-hessen.de
heruntergeladen werden. Wenn Sie sich Ihrer Artenkenntnis
nicht sicher sind, macht das nichts: Melden Sie einfach "Flusskrebse
(bzw. Muscheln) vorhanden" oder "nicht vorhanden".
Wir klären das weitere durch unsere Experten vor Ort.
Juli bis September ist die beste Zeit für den Nachweis
von Flusskrebsen und Muscheln. Mit herzlichem dank im Voraus
gez. Rjurik Nentwig
Präsident |
gez. Rainer Hennings
Vizepräsident u. Referent f. Naturschutz |
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