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Wehrsprengung am Kerkerbach
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Zur Nachahmung empfohlen
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(wk) Ein unbedingt nachzuahmendes
Ereignis fand am 05. Juni (Tag der Umwelt) am Kerkerbach statt.
Ein absolut unnützes Stauwehr unterhalb der Ortslage Schadeck
wurde vom THW im Rahmen einer Übung in die Luft gesprengt.
Schon früh am Morgen begannen die Sprengspezialisten mit
den Bohrungen für die Sprengladungen. Nachmittags um 15.00
war es dann soweit. Zuerst eine kleine Sprengung, die nur eine
starke Erschütterung erzeugte und alle Fische und andere
Tiere von dem Sprengort verjagte.
Dann um 15.15 Uhr erfolgte die eigentliche Sprengung. Mit einem
gewaltigen, weit hörbaren "Rums" zerlegte die
Sprengung das Wehr in seine Einzelteile und innerhalb von Sekunden
war das seit vielleicht hundert Jahren die aufwärts gerichtete
Fischwanderung verhindernde Wehr im Kerkerbach nicht mehr vorhanden
Das gerade gesprengte Wehr
Mit einem regelrechten Schwall ergoss sich
das aufgestaute Wasser oberhalb des Wehres in den Kerkerbach
nach unten und nahm eine gewaltige Schlammlawine mit sich. Nun
konnte der Kerkerbach an dieser Stelle wieder fließen,
wie er es ursprünglich einmal konnte. Da, wo noch kurz
vorher eine Stauhaltung war, war nun wieder eine frei Fließstrecke.
Sofort wurde weiterer Schlamm vom Wasser mitgenommen und nach
kurzer Zeit - man glaubt es kaum - war feinster, in der Stauhaltung
abgelagerter und seit Jahrzehnten mit Schlamm abgedeckter Kies
wieder freigespült. Der Kies war so sauber und locker,
dass kieslaichende Fische hätten ihre Eier darin ablagern
können.
Das nun wieder frei mit natürlichem
Gefälle fließende Wasser
legte sofort frischen Kies frei
So wurde dem Kerkerbach ein ganzes Stück
natürliche Fließstrecke zurück gegeben und damit
- zumindest an diesem Ort - die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie
erfüllt. Bis 2015 muss nach dieser Richtlinie der "ökologisch
gute Zustand" und natürlich die lineare Durchgängigkeit
für alle aquatischen Organismen erreicht sein.
Die jetzt auf dem Wehr sitzenden Bruchsteine (s. Bild) werden
beim nächsten Hochwasser auch noch beseitigt sein.
Diese unkonventionelle Maßnahme zur Beseitigung eines
Wehres hat die Kasse der Stadt Runkel nicht sehr belastet und
war erfolgreich. So hat sich die Untere Wasserbehörde entschlossen,
eine weiteres Wehr etwas weiter unten auf die selbe unkonventionelle
Art zu beseitigen, was sehr zu begrüßen ist.
Winfried Klein
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