Gewässerschutz
 
 

Nidda - Endlich Altarmanbindung

 
Der Frankfurter Fischereiverein von 1875 e.V. hatte einen Grund zum Feiern
 
Im Zuge des Ausbaus der Nidda 1961/62 und der Gewässerpolitik "der fließenden Welle" (Begradigung der Flüsse, dadurch besserer Hochwasserabfluss) folgend, wurde die Niddaschleife in Bonames abgehängt. Der damalige Vorsitzende des Frankfurter Fischereivereins von 1875 e.V. Günter Vogler, legte seinerzeit schärfsten Protest ein. Mit einigen Anliegervereinen organisierte er eine Demonstration gegen die Begradigung und Abtrennung von Flussschleifen an der Nidda. Den Angelvereinen war klar, dass das zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Nidda und zu ihrer strukturellen Verarmung führen musste. Querbauwerke, Trennungen von Fluss und Aue, Uferbefestigungen, Deichbau, Stauhaltungen waren nicht aufzuhalten. Die damaligen Gewässer- und Naturschutzvorstellungen der Politiker und Behörden waren durch die Forderungen der landwirtschaftlichen Nutzung und der schnellen Hochwasserableitung geprägt. Die Fischereivereine und ihre Verbände ließen mit ihren Forderungen nach Schutz und Entwicklung naturnaher Gewässer und Auen nicht locker. Unter dem Motto "Schutz durch Nutzung" begannen die Angelvereine ihre genutzten Gewässer, mit Einrichtung von Flachwasserzonen, Anlegen von Kiesbänken, Wasserpflanzenschutzmaßnahmen und Uferbepflanzungen in Biotope zu verwandeln. Dies alles mit Eigenmitteln und damals ohne behördliche Genehmigung (sonst würden die Vereine heute noch an runden gemähten, strukturlosen Teichen sitzen). Dies ist Vergangenheit, die angelegten Gewässer sind meist nicht mehr von naturnahen zu unterscheiden, die Besatzmaßnahmen haben die heimischen Populationen gestärkt, damit haben die Angler mit Weitsicht einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität geleistet. Auch am Nidda-Altarm Bonames schufen die Mitglieder des FFV v. 1875 e.V. unter der Leitung von Heinz Kühnel, ein kleines Vogelparadies. Leider drohte der Altarm durch starken Laubeintrag zu verschlammen und zu verlanden. Darum wurde der Verein wieder bei der Stadt Frankfurt vorstellig und diskutierte die Möglichkeit der Anbindung. Es dauerte lange 17 Jahre (die Geduld der Angelfischer wurde auf ein harte Probe gestellt) bis die Anbindung des Bonameser Altarms, die im Entwicklungskonzept "Naturnahe Nidda 1995" festgeschrieben war, endlich Formen annahm. Am 1. Juni 2010 konnte die Offenlegung des Bonameser-Altarms einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Der verstorbene Vorsitzende des FFV, Günter Vogler, wäre mit Sicherheit gerne dabei gewesen. Noch mehr hätte er sich freuen können, dass seine Visionen einer naturnahen Nidda durch die zahlreichen Renaturierungsprojekte im Oberlauf langsam Wirklichkeit werden.
Seine Frau Anni Vogler, kann sicher sein, dass seine Vision bei uns Anglern auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Günter Hoff-Schramm

 
Frau Toth vom Stadtentwässerungsamt Frankfurt erklärt die Planunterlagen Jürgen Lungwitz, Gewässerwart des FFV und der 1. Vorsitzende des FFV 1875 e.V. Rjurik Nentwig
informierten über die lange Geschichte der Altarmanbindung. (v.l)
 
 
Fotos: Jürgen Leistner