LFV Hessen
 
 
Auf dem Hintergrund des Besuchs von Frau Staatsministerin auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes Hessischer Fischer hat der Landesfischereiverband Hessen in diesen Tagen eine Forderung auf wesentliche Verbesserung im hessischen Kormoranmanagement erhoben.

Aber lesen Sie selbst....

 
Landesfischereiverband Hessen e. V.
 

Kormoranmanagement für Hessen

 
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Lautenschläger,

Ihre Worte zum Thema Kormoran anlässlich der gestrigen Jahreshauptversammlung des Verbandes Hessischer Fischer e.V. haben gezeigt, dass Ihre Politik erkannt hat, wie notwendig eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Problemvogel ist. Ich begrüße daher ausdrücklich Ihre Absicht in aller Kürze Gespräche hierüber mit uns zu führen.

Was wir in Hessen dringend brauchen, ist eine unbürokratische und wirksame Handhabung notwendiger Maßnahmen. Aus unserer Sicht sind dies vorrangig weitergehende Vergrämungs-abschüsse, auch in Naturschutz- und Vogelschutzgebieten, die dringend erforderliche Eindämmung der Vermehrung von Brutkolonien, sowie die Verhinderung der Ausbreitung der Vögel in die Fläche. Gerade dieses Ereignis ist für unsere kleinen Fluss- und Bachsysteme und die hierin lebenden artengeschützten Fische von großem Übel.
Zählungen und Kartierungen durch Sachverständige des Verbandes Hessischer Fischer über viele Jahre hinweg zeigen die Ausbreitungsstrategien der Kormorane und die ständige Erhöhung der Bestände, entgegen anderslautender Verlautbarungen der Vogelschützer.

15 Jahre Kormorandiskussion in Hessen sind jetzt genug und eine ständige Rechtfertigung gegenüber anderen Naturschützverbänden sind wir leid. Es ist schließlich unser Besatzgeld, das die Vögel fressen.
Dass der NABU in diesem Jahr den Kormoran zum Vogel des Jahres gekürt hat, ist provokativ und zeigt nur, dass er die Ebene der Sachlichkeit verlassen hat und zur Emotionalisierung des Problems öffentlich aufruft. Dies ist nicht unser Weg.
Wir benötigen für Hessen eine Regelung, die greift und sich dabei an Regelungen der anderen Bundesländer anlehnt.

Leider ist eine europäische Managementplanung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, obwohl das Europäische Parlament diese beschlossen hatte, die Kommission und der Rat sich aber dagegen sperren. Dass Sachentscheidungen so unter Missachtung eines Demokratieverständnisses auf der Strecke bleiben, ist betrüblich, da hilft dann eben nur noch die nationale Lösung und hier eine hessische Verordnung.

Sehr geehrte Frau Ministerin, wir nehmen Sie beim Wort. Bitte laden Sie bald zu einem Gespräch in Ihrem Hause ein, damit wir gemeinsam nach neuen praktikablen Lösungen suchen können.
Seien Sie versichert, dass wir auch in dieser schwierigen Frage ein verlässlicher Partner für Sie sind.


Ihr

Gert Wenderoth
Präsident