| EUDORF (la). Mit
dem Thema "Steigende Produktionskosten in der Forellenzucht"
befasste sich das erste hessenübergreifende Seminar für
Erwerbsfischzüchter, ausgerichtet als zweitägige Veranstaltung
vom "Verband Hessischer Fischer" (VHF), dem derzeit
35 000 Mitglieder aus der Angel- und Erwerbsfischerei angehören.
70 Interessierte nahmen im Hotel "Zur Schmiede" teil.
Kai Uwe Bernhard, Verbandsreferent für
Erwerbsfischer und selbst Betreiber einer Forellenzucht in
Storndorf zeichnete für Organisation und Gesamtmoderation
verantwortlich. Ihm war es gelungen, zahlreiche Fachleute
als Referenten gewinnen zu können. Auf dem Programm standen
17 Fachbeiträge von Referenten sogar aus Dänemark.
Damit sei diese Tagung weit über Hessen hinaus einzigartig,
zeigte sich der Vogelsberger Bernhard überzeugt. Dänemark
gilt übrigens als einer der führenden Forellenproduzenten
in Europa.
In seinem Grußwort hatte VHF-Präsident Niklas Hafenrichter
aus Wiesbaden Freude darüber bekundet, denn bei einer
solchen Veranstaltung werde offensichtlich, dass der VHF kein
Verband von "irgendwelchen kleinen Organisationen"
sei, sondern dass man vielmehr alle hessischen Fischer vertrete.
Die Zusammenarbeit zwischen Beruf und den Angelvereinen sei
insofern wichtig, weil gerade die hessischen Fischzüchter
erheblichen Anteil an der Arterhaltung der Fische hätten.
Eine derartige Fortbildungsveranstaltung sei wichtig, um das
Gefühl zu vermitteln: "Wir sind eins. Wir gehören
zusammen."
Auch der stellvertretende Abteilungsleiter Forsten und Naturschutz
im Hessischen Umweltministerium, Karl Apel, hob in seiner
Grußadresse an die Versammlung die Bedeutung von Programmen
wie "Maifisch" oder "Lachs" hervor. Diese
benötige man über Hessen hinaus im Rahmen der EU:
"Die Menschen können wir damit begeistern."
Beide Projekte, erklärte Apel, würden auf Dauer
positive Auswirkungen zeitigen.
Als Leitaussage wurde auf der Fachtagung der hessischen Fischer
verdeutlicht, dass das Image vom Fischer, der bei Sonnenschein
an seinem blauen Gewässer steht, auf die Teilnehmer der
Fortbildungsveranstaltung für Fischzüchter wohl
nicht zutreffe. Ein körperlich harter und ausgesprochen
zeitintensiver Beruf sei die Fischzucht, und seit einigen
Jahren kämen weitere Belastungen auf diesen Berufsstand
hinzu. Angefangen von einer "immensen Bürokratie"
und immer neuen Auflagen bis hin zu Einflüssen der Globalisierung
hätten sich die Fischzüchter mit vielfältigen
Anforderungen auseinander zu setzen.
Im Fortbildungsseminar für die Fischer wurden relevante
Themen der heutigen Fischzucht erörtert - zum Beispiel
Neuerungen in der Gesetzgebung, Betriebswirtschaft, Einsparung
von Energie, Krankheitsvorbeugung, Fütterungsstrategien
sowie nationale und internationale Trends in der Fischzuchtbranche.
Hauptintention der Fachtagung war, durch Themen wie "Beispielhafte
Kostenkalkulationen zur Wirtschaftlichkeit in der Forellenteichwirtschaft"
oder "Was kosten Krankheiten? Wie kann man Krankheiten
reduzieren und dadurch Kosten einsparen?" die Teilnehmer
auf den neuesten Stand des Wissens zu bringen.
Immer wieder deutlich wurde, dass die Produktion eines gesunden
Nahrungsmittels für den regionalen Markt eine verantwortungsvolle
Tätigkeit darstelle. Gesund solle sie sein, die Forelle,
schmackhaft und noch dazu bezahlbar. Angesichts steigender
Energie- und Futterpreise, der zunehmenden globalen Nachfrage
nach fast allen Grund- und Rohstoffen und eines immer dichter
werdenden Vorschriftendschungels sei die Fischerzeugung eine
echte Herausforderung für Fischzuchtbetriebe, die sich
in vielen Fällen bereits in dritter Generation dieser
Aufgabe stellten.
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