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PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis
90/DIE GRÜNEN
NR. 951 vom 22. Dezember 2004
Kabeljau bleibt Sorgenkind
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Zu den Ergebnissen des Brüsseler
Fischereirates vom 21./22. Dezember erklärt Cornelia Behm,
Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung
und Landwirtschaft:
Wir haben uns vom diesjährigen Fangquoten-Fischereirat
mehr Erfolge für die Schonung der Kabeljau-Bestände
erhofft. Es ist enttäuschend, dass sich ausgerechnet Großbritannien
gegen die Schließung einiger Gebiete in der Nordsee für
die Kabeljaufischerei gesperrt hat. Dabei war der Vorschlag
der EU-Kommission mit Rücksicht auf die so genannten Freunde
der Fischerei bereits hinter dem fischereibiologisch Notwendigen
zurückgeblieben. Im Ergebnis heißt das, dass der
Kabeljau auch in Zukunft das Sorgenkind des Meeresschutzes bleibt.
Es darf dennoch nicht verkannt werden, dass es auch dieses Jahr
wieder Fortschritte gibt. Dazu gehören die Erhöhung
der Zahl der Sperrzonen und die Verlängerung des Sommerfangverbotes
für Dorsch in der Ostsee. Angesichts der nach wie vor vorhandenen
Überkapazitäten und dem hohen Umfang der geschätzten
Schwarzfänge geht die zusätzliche Begrenzung der Seetage
der Fischereischiffe in die richtige Richtung.
Allerdings wäre auch bei den Seetagen eine stärkere
Reduzierung erforderlich gewesen. Außerdem reicht eine
Beschränkung der Seetage allein für die Verminderung
der Schwarzfänge nicht aus. Dazu sind stärkere Kontrollen
und Sanktionen notwendig, für die die EU den Mitgliedsstaaten
strengere Vorgaben machen muss. Auch das Rückwurfverbot
für Beifänge gehört endlich auf die Tagesordnung
der EU-Fischereipolitik, da der Großteil der zurückgeworfenen
Fische bereits tot ist. Deshalb ist es sinnvoll, den Beifang
anzulanden und auf die zulässigen Fischfangmengen anzurechnen.
Das Scheitern der Schließung von Meeresgebieten für
die Kabeljaufischerei zeigt, wie dringend Fortschritte bei der
Schaffung von Meeresschutzgebieten sind. In ihnen könnten
sich die Fischbestände dauerhaft ungestört entwickeln.
In internationalen Abkommen muss endlich die Voraussetzung für
die Einrichtung solcher Meeresschutzgebiete in den internationalen
Gewässern geschaffen werden. Für die EU-Gewässer
muss das Natura-2000-Schutzgebietsnetz endlich geschaffen werden.
Dazu müssen nach Deutschland auch die anderen EU-Staaten
Meeresflächen nach Brüssel melden. Dies ist aber erst
der erste Schritt. In einem zweiten Schritt müssen zügig
die Schutzgebietsverordnungen erarbeitet werden. Diese sollten
auch fischereiliche Beschränkungen umfassen.
Drittens brauchen wir voraussichtlich die Ausweitung des Flora-Fauna-Habitat-Artenkatalogs
auf zusätzliche marine Arten.
(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Büro Cornelia Behm (MdB)
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Mitgl. im Ausschuss f. Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel. 030-227 71566, Fax 76165
cornelia.behm.ma01@bundestag.de
www.cornelia-behm.de |
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